Auswirkung der e-Zigarette auf der Nervensystem

Ein Hormoncocktail für die Sinne: Die Auswirkung der E-Zigarette auf das Nervensystem

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Vor einiger Zeit haben wir Euch bereits in einem Artikel die Auswirkung der e-Zigarette auf das Immunsystem aufgezeigt. Nun gehen wir noch einen Schritt weiter und haben uns für Euch schlau gemacht, wie sich die e-Zigarette auf das menschliche Nervensystem auswirkt. Auch hier gibt es immense Unterschiede zwischen der klassischen Zigarette und der elektrischen Variante.

 

 

 

Die e-Zigarette und das menschliche Nervensystem
Die e-Zigarette und das menschliche Nervensystem

Sie ist wortwörtlich in aller Munde. Die E-Zigarette. Seit wenigen Jahren ist sie auf dem Vormarsch und lässt so manchen Raucher zum Dampfer werden. Beworben wird sie mit dem Leitspruch, die „gesündere Alternative“ zum Rauchen zu sein. Denn schließlich wird hier kein Tabak mehr verbrannt und so kein Teer in die Lunge geraucht. Die elektrische Zigarette gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Aromen. Und eins kann der Konsument ebenso wählen: möchte er mit oder ohne Nikotin dampfen. Entscheidet er sich für Ersteres, setzt er trotz „gesünderer Variante“ seinem Nervensystem einem Gift aus. Denn wie auch beim herkömmlichen Glimmstängel wirkt auch in der elektrischen Zigarette das Nikotin auf den Körper. Andere Substanzen, wie Propylenglycol und Glycerin, die es nur in der E-Zigarette, wirken sich ebenfalls aus – jedoch differenzierter als bei der Tabakzigarette.

 

Nikotin hat die Hauptauswirkung auf die Nerven

In beiden Varianten findet sich das Nikotin als einer der wichtigen Bestandteile, das die meisten Auswirkungen auf das Nervensystem hat. Das Toxin verdankt seinen Namen dem französischen Diplomat Jean Nicot, der den Tabak als Heilpflanze einst nach Frankreich brachte. Zu seiner Zeit im 16. Jahrhundert galt der Tabak als Wunderkraut und Heilmittel vieler Krankheiten. Heute sind auch die negativen Auswirkungen bekannt: Das enthaltene Nikotin ist ein Suchtstoff und kann neben einer körperlichen Abhängigkeit auch eine psychische Sucht hervorrufen. Neben den Auswirkungen auf das Nervensystem erhöht Nikotin den Cholesterinspiegel, was die Verstopfung von Gefäßen zur Folge hat. Im Gehirn mischt die Droge im Hormonhaushalt ordentlich mit. Die Nikotinaufnahme sorgt für die Ausschüttung unter anderem von Dopamin (das Schlafhormon), Adrenalin (das Stresshormon) und Serotonin (das Glückshormon). Das sorgt dafür, dass während der Aufnahme Glücksgefühle entstehen und Unruhe sowie Angst zu Entzugserscheinungen werden. „Rauchen beruhigt“, sagen viele Raucher. Dabei ist in Wirklichkeit das Nikotin dafür verantwortlich, dass der Raucher erst unruhig wird. Die Droge bindet sich an Rezeptoren im Gehirn, die normalerweise dem Neurotransmitter Acetylcholin zugewiesen sind. Zahlreiche Studien haben sich damit bereits befasst. Schon 1996 konnte Lorna Role (Columbia University) berichten, dass Nikotin dadurch die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen beschleunige. Deswegen fätt es Rauchern so schwer, aufzuhören.

Weitere Studien beschäftigen sich nicht nur mit der negativen Auswirkung, sondern auch mit positiven Aspekten im zentralen Nervensystem. So meldete die „Society for Neurosciene“ in Washington bereits 1996 Studien, die zeigen, dass Nikotin die Gedächtnisleistung, die Aufmerksamkeit und das Lernvermögen steigere. Nikotin sorge für Linderung der Symptome bei Schizophrenie, Alzheimer und Depressionen sowie steigere durch die Ausschüttung eines Geschlechtshormons die Libido. Auch helfe es damit, das Gewicht zu kontrollieren. Der Mythos, dass der Rauchstopp dick mache, ist somit fast bewiesen.

 

Die Nikotinsucht befriedigen – die E-Zigarette ist langsamer

Einmal nikotinsüchtig, ist es schwer, von dieser Droge wegzukommen. Zahlreiche Raucher hatten in den vergangenen Jahren Nikotinkaugummis und entsprechende Pflaster zur Verfügung. Die E-Zigarette bietet nun einen Weg, das Nikotin

Die Nikotinsucht befriedigen
Die Nikotinsucht befriedigen

mit weniger Schadstoffen aufzunehmen. Im Unterschied zum Glimmstängel hat die elektrische Variante bis zu zehnmal weniger verschiedene Stoffe. Allein im Filter einer Zigaretten können 600 Stoffe enthalten sein, um das Rauchen geschmackvoller zu machen. Ammoniak beispielsweise verschnellert die Aufnahme von Nikotin und verstärkt den „Kick“ im Gehirn.

Auch weil die E-Zigarette auf solche Stoffe verzichtet, setzt sie somit die Nikotinwirkung im Gehirn langsamer frei. Das erhöht vor allem bei Umsteigern die Gefahr, dass sie zunächst zu viel Nikotin freisetzen. Daher wird Anfänger zu Geduld und sanftem Dampfen geraten.

 

Propylenglykol und Glycerin sind die Alkohole der E-Zigarette

Doch auch die anderen Stoffe in den Liquids für die E-Zigarette bedürfen einer Betrachtung. Zwei weitere gelten als Hauptbestandteil: Propylenglycol (PG) beispielsweise – eine „farblose, fast geruchlose, klare, viskose Flüssigkeit mit einem schwach-süßlichen Geschmack“ (wikipedia.de). Kurz formuliert: Propylenglycol ist ein Alkohol, der sich auch auf das Nervensystem auswirken kann. Flüssig aufgenommen kann eine Propylenglycol-Vergiftung ähnlich wie ein Rausch sein. Jedoch geschieht dies nicht, wenn es inhaliert wird, schenkt man einer Studie des „Battelle Memorial Institut“ und der „Virginia Commenwealth Universität“ Glauben. Hier haben Forscher an Ratten und Hunden die Wirkung von PG erforscht und kommen zum Schluss, dass PG harmlos, im Allgemeinen sicher und ohne Auswirkung auf den Gesundheitszustand in ihrem Versuch war. Zumindest auf kurzfristige Anwendungsdauer.

Das Glycerin (VG) findet sich sowohl in der E-Zigarette als auch in der Tabakvariante und dient als Feuchthaltemittel und für dichteren Rauch. Glycerin ist ebenfalls ein Alkohol. Es findet sich in natürlichen Fetten und Ölen und wird auch in der Kosmetikindustrie verwendet. Wofür dieser Stoff noch alles verwendet wird, lst Ihr in unserem Artikel „Was ist Glycerin„. Gesundheitlich Auswirkungen auf das Nervensystem konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Demnach beschränkt sich die Toxizität der elektrischen Zigarette auf die Wirkung des Nikotins.

 

Der herkömmliche Glimmstängel bietet noch mehr

Während die Liste der Hauptbestandteile bei der E-Zigarette damit zu Ende ist, findet sich bei der Tabakzigarette eine lange Aufreihung weiterer Stoffe: unter anderem Kohlenstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide, Benzol, Formaldehyd Die klassische Zigarette und das menschliche Nervensystemund Methanol. Kohlenstoffdioxid kann beispielsweise Kopfschmerzen und Schwindel auslösen und in hohen Konzentrationen auch zum beschleunigten Herzschlag, Atemnot Blutdruckanstieg und sogar Bewusstlosigkeit führen. Es wirkt sich auf die Atmung sowie auf das Atemzentrum im Gehirn aus. Auch Schläfrigkeit ist ein Symptom von Kohlenstoffdioxidaufnahme. Benzol kann bei Einnahme von hohen Konzentrationen ebenso Schwindel, Benommenheit und Apathie auslösen. Methanol ist in kleinen Mengen unbedenklich und nur gering toxisch. Formaldehyd hingegen (das ebenso ein Abbauprodukt von Methanol ist) kann Haut- und Atemreizungen hervorrufen und beeinträchtigt Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit und den Schlaf.

 

Rauchen und Dampfen: beiden berauscht das Gehirn

Die E-Zigarette mag die „gesündere Variante“ des Rauchens sein, doch gerade Nikotindampfer geben ihrem Gehirn ebenfalls einen Kick. Dennoch ist dieser langsamer und mit weniger Nebenstoffen als bei der Tabakzigarette bestückt. Gerade Nikotin ist unumstritten eine Droge, die uns abhängig macht – physisch und psychisch. Dass der Stoff jedoch auch positive Auswirkungen hat, wird kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Bei der elektrischen Variante ist zudem die Langzeitwirkung des Stoffgemisches in den Liquids fraglich. Diese können erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten bekannt werden. Zumindest hat der Dampfer dem Raucher eins voraus: Er kann entscheiden, ob er mit oder ohne Nikotin dampfen möchte!

Da mittlerweile die Nachfrage nach Liquids ohne Nikotin weiter steigt, haben wir und ausführlich in dem Artikel „e-Liquids – Nikotin oder kein Nikotin“ mit dieser Frage beschäftigt. Nach einigen Befragungen von Verbrauchern, haben wir festgestellt, dass der Umstieg auf Liquids ohne Nikotin ein positiver Schritt war. Zumindest fühlen sich die befragten wohler!

 

Bildquellen:

Fotograf thomaspedrazzoli/ http://pixabay.com/de/rauchen-myanmar-tabbak-tabbakblatt-504528/

Fotograf tatlin/ http://pixabay.com/de/zigarette-rauch-tabak-106610/

  • Nicole Gabor

    ich finden den Artikel richtig gut – Danke! Das beleuchtet doch mal sachlich, was beim Rauchen und Dampfen eigentlich im Gehirn passiert!

  • Uta Kaemper

    Danke, ich finde das einen gelungenen Artikel!